Vorwort. VII enthüllte Grabdenkmal 1 ) gearbeitet eine mit grosser Feinheit modellirte Bronzebüste zu erwähnen, von welcher ein zweites Exemplar aus gleichern Material für die Räume des philologischen Seminars, eine Marmorcopie für die Aula der Universität Leipzig bestimmt ist. Aufmerksamen und freundlichen Lesern des ersten Bandes verdanke ich manche Berichtigung und Ergänzung, einige sind mir auch selbst gelegentlich aufgestossen. Indem ich mich der Wohlthat 'minima non curat praetor' getröste, theile ich Erheblicheres im Folgenden mit. Der S. 4 Z. 2 von oben erwähnte, etwa 1% Stunde von Weissensee gelegene Ort heisst Schallenburg, nicht 'Schallenberg'; der Kantianer S. 33 Gerlach (vgl. S. 278), nicht 'Gerhard'. Ob dagegen der S. 71 genannte, bekannte Jurist sich damals 'Blume', wie dort angegeben, oder vielmehr Bluhine nannte, ist keineswegs mit unbedingter Sicherheit zu sagen, denn „er hat, wie die alten Römer in seiner Orthographie periodenweise gewechselt" (R. an Fleckeisen 6. Mai 1855), so dass Ritsehl selbst nie wusste, wie er augenblicklich den Namen zu schreiben habe, wie denn auch der No- menclator philologorum zwischen beiden Formen die Wahl lässt. Dass ich aber den Sohn des Kanzlers Niemeyer einmal, S. 36, nicht Hermann, sondern 'Agathon' genannt habe, thut mir leid, seitdem ich durch Arnold Rüge 2 ) weiss, dass dem „Chef" dieser sein Taufname ein unbequemer war, von dem er vorzog keinen Gebrauch zu machen. So ist denn auch der II 409 Anm. 2 erwähnte Hermann eben dieser verpönte „Agathon". Zu den auf S. 41. 44. 45 genannten Reisigianern, von denen Hahn schon als Student zur Theologie übergetreten ist, kommen noch hinzu Blumenthal, Reinhard, Stern, 1) Die Vorderseite des schönen Postamentes trägt die Inschrift: FRIDERICO- RITSCHELIO | LITTERARVM • ANTIQ • LVCI | PRINCIPI • PRAECEPTORVM | AMICORVM • PRAESIDIO | DISCIPVLI- PIENTISSIMI | P-0 2) IG. Juli 1879: „Bei Ihrer Familiarität mit den Verhältnissen fällt Agathon etwas aus der Rolle." VIII Vorwort. Kaimt, alle toclt, wie auch Parreidt. Der Erfurter Jugendfreund C. Schmidt (I 18) taucht in Briefen an R. aus den vierziger und fünfziger Jahren als Director in Bielefeld auf, der sich mit einem Buch über das griechische Verbum trägt. Der Antiplautiner auf S. 147 schrieb sich G. A. B. Wolff, nicht c Wolf, die grosse Schauspielerin Julie Rettich (S. 168), nicht 'ßettig', derCzeche Palacky (S. 219), nicht Talazki'. — Als Beitrag zur litterarischen Mythenbildung ist beruerkens- werth, dass ganz dasselbe Dictum, welches S. 46 aus einer Halle'schen Disputation berichtet wird, nach C. Beyer, dem Biographen Rückerts 1 ), von diesem bereits im Jahr 1811 bei seiner Jenaischen Habilitation dem Philologen Eichstädt erwidert sein soll. Da ich für meine Angabe die Autorität eines Augen- und Ohrenzeugen, G. Kiessling's, habe, so wird entweder jenen ungenannten „hochbetagten Jugendfreund" Rückerts sein Gedächtniss getäuscht haben, oder R. hat jenes geflügelte Wort sei es in bewusster, sei es in unbewusster Erinnerung wiederholt. — Dass die Chiffre A. T. unter der Agathonrecension (I 285) die seinige gewesen sei und aya&rj bedeutet habe, bezeugt mir Kiessling, 12. Juli 1879, obwohl er das Schriftstück selbst längst vergessen hatte. — Da die Aussicht von der Breslauer Promenade, wie ich höre, gegenwärtig nicht mehr so frei ist als sie auf S. 112 sich geschildert findet, so setze der geneigte Leser in Zeile 16 gewährte statt 'gewährt'. In diesem zweiten Bande muss es auf S. 52 Z. 19 heissen: „der Vortrag" statt „sein Vortrag", denn R. liess das Manu- script Welckers durch einen der Secretäre verlesen. S. 235 Z. 17 lese man „von ihm" statt „vor ihm". Auch ist nicht zu verschweigen, dass die Personenvertheilung auf der ebenda erwähnten iambischen Grabschrift eine unsichere ist (vgl. Bücheler anthol. epigr. lat. specimen I p. 24). S. 337 Z. 9 ist „gegen ihn" zu streichen; 351 Z. 5 von unten zu lesen: „in offner Aussprache". Leipzig, 6. April 1881. 1) Friedrich Rückert. Ein biographisches Denkmal. Frankfurt a/M, 1808 S. 42.