Sammlung Klein

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1829 schenkte der preußische König Friedrich Wilhelm III. auf Anregung des Bonner Universitätsmusikdirektors Heinrich Carl Breidenstein (1796 - 1876) der Universitätsbibliothek Bonn die umfangreiche Musikaliensammlung des schlesischen Kantors Christian Benjamin Klein (1754 - 1825). Diese bestand zum damaligen Zeitpunkt aus 544 handschriftlichen und gedruckten Musikalien und 144 Büchern über Tonkunst und enthielt hauptsächlich Partituren geistlicher und weltlicher Werke sowie Orgel- und Klaviermusik.

Die Universitätsbibliothek vereinigte nach 1829 die Sammlung mit den bereits vorhandenen Musikalien. Der gesamte Bestand erhielt die Signatur „Ec“. Die einzelnen Stücke bekamen einen einheitlichen Einband: jeweils ein hellblauer Deckel mit einem weißen rhombischen Schild, das den Namen des Komponisten trägt.

1922 verfügte der Universitätskurator die Teilung der Sammlung. Alle Handschriften und ein Teil der Drucke gingen in das Eigentum des damaligen Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Bonn über. Die theoretischen Werke und eine Reihe gedruckter Musikalien verblieben jedoch in der Universitätsbibliothek. Während der dem Musikwissenschaftlichen Seminar übergebene Teil den Krieg unbeschadet überstand, erlitt der in der Universitätsbibliothek verbliebene Teil schwere Verluste. Nach dem Krieg wurden die in der ULB erhaltenen Werke neu katalogisiert und erhielten eine Signatur innerhalb der Abteilung „E“ (Bildende Kunst des Mittelalters und der Neuzeit, Musik) des historischen Bestandes.

Die Teilung der Sammlung wurde 2015 rückgängig gemacht. Die Universitätsbibliothek erhielt die 1922 dem damaligen Musikwissenschaftlichen Seminar übergebenen Hand- und Druckschriften zurück, die seitdem in einem besonders gesicherten Magazin der ULB verwahrt werden. Der übernommene Bestand umfasst 591 Handschriften- und 144 Druckschriftenbände (Signaturengruppe „Ec“). Dazu kommen noch die 1922 in der ULB verbliebenen und noch erhaltenen Druckschriften der Signaturengruppe „E“. Ausweislich der Erscheinungsjahre sind viele dieser Titel aber erst nach 1825 erschienen und gehörten somit nicht zur ursprünglichen Sammlung des schlesischen Kantors. Die Handschriften sind fast vollständig im Répertoire International des Sources Musicales (RISM) erschlossen, während die Druckschriften (mit Provenienzvermerk) über bonnus recherchierbar sind. Der gesamte Bestand wird digitalisiert und in den Digitalen Sammlungen der ULB Bonn für die Benutzung bereitgestellt.

Kataloge / Verzeichnisse

Marx-Weber, Magda: Katalog der Musikhandschriften im Besitz des Musikwissenschaftlichen Seminars der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn (Beiträge zur rheinischen Musikgeschichte, 89). Köln 1971

Literaturhinweis

Virneisel, Wilhelm: Christian Benjamin Klein und seine Sammlung musikalischer Handschriften. phil. Diss. Bonn 1924 (mschr.)